Rückblick auf den Food Safety Kongress 2026 – von sicheren Rohwaren bis zur datenbasierten Qualitätsinfrastruktur
Am 24. und 25. Februar 2026 wurde Berlin wieder zum zentralen Treffpunkt für renommierte Fachleute und führende Köpfe der Lebensmittelbranche. Der Food Safety Kongress bot eine exklusive Plattform, um die drängendsten Fragen der Lebensmittelsicherheit, anstehende regulatorische Neuerungen und den Einzug von Spitzen-Technologien im offenen Dialog zu diskutieren.
Highlights des Programms:
- Sichere Rohwaren & politische Weichenstellungen: Zum Auftakt beleuchtete Silvia Breher (Parlamentarische Staatssekretärin, BMEL) die Herausforderungen für Politik und Handel in Zeiten fragiler Lieferketten. Direkt im Anschluss forderte Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl (Präsidentin, BVL) ein Umdenken bei der Kontrolle von Rohwaren. Wie die Industrie diese Vorgaben in die Praxis umsetzt, diskutierte ein hochkarätiges Panel um Norbert Lötz (Harry Brot) und Charlotte Rosendahl (Rewe Group) am Beispiel regulatorischer Entwicklungen.
- Lebensmittelauthentizität im globalen Kontext: Ein Kernthema des ersten Tages war der Schutz vor Food Fraud. Dr. Ilka Haase (Max Rubner-Institut) demonstrierte die molekulare Authentizitätsanalytik als Vertrauensanker, während Dr. Steffen Seifert (LGL) aufzeigte, dass authentische Proben aus dem Ausland die zwingende Voraussetzung für KI-gestützte Analysen sind. Im großen Panel wurde deutlich, wie geopolitische Krisen und der Klimawandel den Druck auf alternative Rohstoffe erhöhen – mit Praxis-Insights zu Kakao-Alternativen von Dr. Sara F. Marquart (Planet A Foods) und der Rohstoffsicherung bei der Stern-Wywiol Gruppe.
- Neue Rohstoffe, PPWR und Verpackungs-Compliance: Am Nachmittag richtete sich der Blick auf die Zukunft der Herstellung. Ivo Rzegotta (The Good Food Institute Europe) gab ein Update zu Novel Food, während Norbert Lötz (Harry Brot) aufzeigte, wie Bäckereien mittels neuer Technologien Effizienz und Lebensmittelsicherheit steigern können. Ein echtes Highlight für das Qualitätsmanagement war der Vortrag von Hanna Kirchner (Agriplace) zur „PPWR-Compliance-Readiness“, der genau demonstrierte, wie Lieferanten- und Verpackungsdaten rechtssicher gemanagt werden.
- Entbürokratisierung & Bewältigung echter Produktkrisen: Tag 2 startete mit der drängenden Frage nach dem Bürokratieabbau, beleuchtet von Prof. Dr. Eberhard Haunhorst (BMEL). Wie wichtig funktionierende Prozesse sind, zeigte das packende Panel: Am konkreten Fall von Salmonellen im Molkepulver wurde eine echte Produktkrise simuliert. Beteiligte wie Christian Kuhrt (DMK Versicherungskontor) und Lena Meinders (AFC Risk und Crisis Consult) zeigten die komplexen Wechselwirkungen zwischen Führung, Krisenmanagement und Versicherungsfragen auf.
- Die Zukunft des QM: KI und der Generationenwechsel: Matthias Filter (BfR) demonstrierte das Potenzial von Warenkettenmodellierungen und KI entlang der gesamten Lebensmittelkette. Dr. Thomas Engel (Siemens) zeigte folgerichtig den evolutionären Schritt vom mühsam papierbasiert dokumentierten QM hin zu einer vollkommen datenbasierten Qualitätsinfrastruktur „Made in Germany“.
Der Food Safety Kongress 2026 machte unmissverständlich klar: Die Absicherung globaler Lieferketten gelingt nur durch die Symbiose aus modernster Analytik und digitaler Transformation. Neben den fachlichen Impulsen bot das traditionelle Get-together im Ausstellerbereich bei der IFS Food Safety@Night den perfekten Rahmen, um die diskutierten Ansätze im Branchennetzwerk zu vertiefen.